"Audili! Audili!"

 

"Audili! audili!" - das heißt Österreich - jubelten die Zuschauer den Musikerinnen und Musikern der Postmusik Salzburg zu und bestaunten sie in ihren historischen roten Uniformen. Dutzende Fotografen und Kameraleute umringten das Orchester, als es bei der feierlichen Eröffnung der "8. China Beijing International High-tech Expo" in Peking vor geladenen Gästen aufspielte. Viele von ihnen wollten unbedingt mit einem der stattlichen Musiker aufs Bild, weil das in China Glück bedeutet und die Marketenderin war wohl die meistfotografierte Frau an diesem Vormittag.
Landesrat Walter Blachfellner, früher Vorsitzender des ÖGB und der Postgewerkschaft in Salzburg und noch immer Obmann der Postmusik war offizieller Staatsgast, wurde mit einer
schwarzen Staatskarosse und Bodyguards in Peking umherkutschiert und durfte auf der Ehrentribüne schwitzen. Er nahm an einer Reihe von wichtigen Wirtschaftsgesprächen teil. Die Info-Mail-Manager, Dipl.Bw Martin Weseloh und Toni Sturl - letzterer auch im Obmänner-Triumvirat der Postmusik - führten Verhandlungen über künftige Kooperationen mit China-Post.

  
Sommerpalast Fuehrung durch die Verbotene Stadt
   
Kaiserpalast Verbotene Stadt Garten
  

Am Abend des Eröffnungstages war dann in der "Großen Halle des Volkes" - das ist das Staatsparlament auf dem berühmten "Platz des himmlischen Friedens" eine TV-Show, die von vielen Sendern übernommen wurde und die Salzburger Postmusik bestritt mit dem Radetzkymarsch das rauschende Finale. Zuvor noch - und später auch bei den weiteren Konzerten - begeisterte der 9-jährige Martin Hubner mit einer bezaubernden kleinen chinesischen Partnerin und einem chinesischen Kinderlied das Publikum und wohl auch die Fernsehzuschauer. Auch die mitreisenden Schlachtenbummler durften der Show beiwohnen, allerdings erst nach einer rigiden Sicherheitskontrolle.

  
Chinesische Mauer Staendchen auf der Chinesischen Mauer
 
Tempel bei der Mauer chinesischer Postmusiker
 

Während der Chinareise von Peking bis nach Hongkong in der zweiten Maihälfte bestritten die musikalischen Botschafter Österreichs vier Konzerte vor tausenden Zuschauern in Hallen oder Theatern.
Das erste davon in Peking fand in einem besonderen Ambiente statt: Ein großes Floss war im Delfinbecken des Aquariums verheftet und diente dem immerhin 58 Personen umfassenden Klangkörper als Bühne. Die weiteren Konzerte wurden dann in den Städten Tianjing, Nanning und Guangzhou (Kanton) gegeben mit einer zwar manchmal variierten, aber im Wesentlichen standardisierten Programmfolge von klassischer österreichischer Musik - darunter selbstverständlich auch der Donauwalzer - über Operettenklänge bis Musical.

 
chinesische Gottheit Tschingis Lois
 

Dirigent Franz Milacher - im Zivilberuf Beamter im Regionalzentrum Salzburg - führte sein Orchester bravourös von Erfolg zu Erfolg, unterstützt von der Sopranistin Michaela Hubner und dem Tenor Roman Stalla mit einem Medley aus der gerade 100 Jahre alt gewordenen Operette "Die lustige Witwe".
Rauschender Applaus brandete auf, als Michaela Hubner die Melodien aus dem Musical "Sound Of Music" interpretierte. Offensichtlich kennt ganz China die Story der Salzburger Trapp-Familie, die vor den Nazis nach Amerika flüchten musste.
Mag. Alois Wimmer, als Klarinettist Gast bei der Postmusik, brillierte mit seinem Solo im Konzert für Klarinette von Mozart.
Posaunist und Landzusteller Alois Gehmair , einer der weltbesten Zitherinterpreten, hatte ebenfalls das Publikum auf seiner Seite, als er die Filmmusik aus "Der dritte Mann" - das Harry-Lime-Thema - intonierte. Er unterstützte auch die Sängerin beim bekannten Song "Edelweiß". Nach seinem Solo musste er sein in China wohl unbekanntes Instrument in die Höhe heben, um es bestaunen zu lassen
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Tempel am Li-Fluss Bambuswaelder am Li-Jang
   
Sonnenuntergang am Li-Jang Li-Jang
   

Für gelernte Österreicher gab es zusätzliche Erfolgserlebnisse: Das Bühnenbild im Theater der Stadt Nanning stellte die Stirnseite des goldenen Saales im Musikvereinsgebäude dar und in Kanton war das Vestibül mit Porträts wichtiger Komponisten, darunter viele Österreicher, geschmückt. Und die Marmelade beim Frühstücksbüffet war auch aus Österreich.

Aber: keine Rose ohne Dornen. So erfolgreich die Konzerte und so informativ das Reiseprogramm auch waren, gab es doch auch Probleme. Die Einreise auf dem Landweg nach Hongkong ist von Haus aus schon mühsam und schikanös, aber besonders die Musiker, mit den großen Instrumenten und jene mit den Transportkisten für die vielen Utensilien gerieten gehörig ins Schwitzen, weil Hindernisse zu überwinden waren und in mehrere Shuttlebusse umgestiegen werden musste. Beim Rückflug gab es wegen Unwetters eine dreistündige Verspätung und beim Start beträchtliche Turbulenzen. Bei der Ankunft in Frankfurt stellte sich auch heraus, dass etliche Instrumente beschädigt worden sind.

   
Hongkong v. Peek Hongkong bei Nacht
   

Peking und anscheinend ganz China bereiten sich schon hektisch auf die Olympischen Spiele im Jahre 2008 vor. Die chinesischen Partner der Salzburger Postmusik haben durchblicken lassen, dass sie aus diesem Anlass gerne eine neuerliche Einladung aussprechen würden.

 

Bericht von Walter Platzer

 

 

 

 

 

 Postmusik Salzburg