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Postmusik im Kaiserpalast

... wurden wir, die Postmusik Salzburg in China allseits willkommen geheißen.

Die Erwartungen vor Reiseantritt waren groß, hat sich doch jeder von uns über Stäbchen, Reis und Große Mauer hinaus ein bißchen mehr informiert, sich impfen lassen, und mancher sogar ein paar Worte auf Chinesisch gelernt.

Eingeladen zum CIBF ´99, einem internationalen Blasmusiktreffen, machten wir uns auf den Weg, das große, fremde Land zu erforschen. 10 Tage China lagen vor uns, doch diese sind schneller vergangen, als man sich vorstellen kann. Besichtigungen, Proben und Auftritte standen am Programm, meist so dichtgedrängt, daß die Eindrücke oftmals ineinander verschwammen.

Die Hauptstadt Peking, sowie die Küstenstadt Dalian wurden für kurze Zeit unsere Heimat soweit man in solchen Mehr-Millionen-Einwohnerstädten von einem Zuhause sprechen kann.

Mit dem Schiff ging es nach Dalian, wo wir gemeinsam mit Musikkapellen aus Amerika, Polen, Deutschland, Australien und China das Fest zum 100jährigen Bestehen der Stadt feierlich umrahmten.

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Außerdem nahmen wir am 11th Dalian International Fashion Festival neben 17.000 anderen Akteuren teil. Dieses internationale Modefestival lockte 60.000 Zuschauer in das Stadion der Stadt und die Atmosphäre wie auch die Darbietungen sind wohl am ehesten mit den Eröffnungsfeierlichkeiten zu Olympischen Spielen vergleichbar. Darbietungen der unterschiedlichsten Art, angefangen von Marschparaden (mit 1.000 Teilnehmern gleichzeitig), Tanzeinlagen, Gesangsbeiträgen, über Modeschauen bis hin zu motorisierten Fallschirmspringern und einem Feuerwerk wurden gezeigt. So etwas hatte noch keiner von uns erlebt, und wir applaudierten, bis und die Hände wehtaten. Die Chinesen benahmen sich da etwas gesitteter, doch auch sie schienen sehr begeistert.

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Zu und von den Auftritten fuhren wir mit einem modernen Reisebus, begleitet von einer Polizei-Eskorte, welche uns schon erahnen ließ, wie durchgeplant und wichtig all diese Feierlichkeiten für die chinesische Bevölkerung waren.

Weiters spielten wir Konzerte an öffentlichen Plätzen der Stadt, in einem Hotel, das von einem Österreicher geführt wird und als krönenden Höhepunkt nahmen wir an einer Marschparade durch das Stadtzentrum teil. Die drei Kilometer lange Strecke war von rund eineinhalb Millionen Zuschauern gesäumt; es herrschte ein Treiben wie beim Carneval in Rio.

Nach einer 16stündigen Zugfahrt zurück nach Peking spielten wir unser Abschlußkonzert vor einem ausverkauften Theatersaal und bei Melodien wie dem ´Kaiserwalzer` und dem ´Radetzky-Marsch` brachen die Chinesen in wahre –für sie untypische- Begeisterungsstürme aus.

....spielten wir unser Abschlußkonzert vor einem ausverkauften Theatersaal und bei Melodien wie dem ´Kaiserwalzer` und dem ´Radetzky-Marsch` brachen die Chinesen in wahre, für sie untypische- Begeisterungsstürme aus

Für Besichtigungen blieb uns relativ wenig Zeit, doch neben dem Platz des Himmlischen Friedens und dem Kaiserpalast stand natürlich das Highlight Chinas, die Chinesische Mauer am Programm. Während manche sich das gigantische Bauwerk nur von unten aus ansahen, wagten einige wenige die Besteigung und kamen völlig ausgelaugt, doch begeistert zurück.

Alles in allem war China für die Postmusik Salzburg ein unvergeßliches Ereignis.

Warten im Hotel auf den nächste Auftritt.

Wir mühten uns ab mit Stäbchen, die fremdartiges Essen für uns bereithielten, tranken 20Grad Celsius warmes Tsingtao-Bier dazu, verständigten uns oftmals mit Händen und Füßen, da Englisch meist nicht verstanden wurde, haderten mit der Umständlichkeit der Chinesen, doch all dies waren nur Randerscheinungen einer erfolgreichen, unvergeßlichen, doch auch anstrengenden Reise der Postmusik Salzburg nach China im September 1999.

Martina Weißböck

 

Postmusik Salzburg